Raumfarben und ihre Wirkung auf den Menschen
Professor Nils Finsen, Begründer der rationalen Lichttherapie,
erhielt 1903 den Nobelpreis für Medizin für seine Forschungsarbeit
über Licht und Farben, bei der er den wissenschaftlichen Beweis
antrat, dass Farben selbständige Kräfte sind und nichts
mit Suggestionen zu tun haben. Er konnte aufzeigen, dass auf den menschlichen
Körper treffende Farbschwingungen diesen zu deutlichen Reaktionen
veranlassen.
Um die starke Wirkung von Farbe zu verdeutlichen, gibt es ein schönes
Beispiel. Ein schwedischer Forscher hatte in den vierziger Jahren
einen wissenschaftlichen Versuch zum Thema "Farbe" durchgeführt.
Er hatte 20 Personen, die alle keine Sehstörungen bezüglich
Farbe hatten, zum Essen eingeladen.
Nachdem das Essen den Teilnehmern an den Tisch gebracht worden war
und diese sich davon überzeugen konnten, dass alle Gerichte sehr
gut aussahen, wurde das normale Licht ausgeschaltet und durch ein
Licht ersetzt, welches lediglich aus rot- und grünwelligem Anteil
bestand. Der Hunger der Gäste bzw. der Probanten war plötzlich
gestillt, da sich die Speisen ungewohnt verfärbten - die Erbsen
wurden blau, der Spargel violett und der Fisch schwarz. Die gute Stimmung
war auch dahin. Nach dem Einschalten der normalen Beleuchtung wurde
wieder weitergegessen - als ob nichts gewesen wäre - obwohl die
ganze Zeit das Gleiche auf dem Tisch gestanden hatte.
Aber Sie wissen ja - "Das Auge isst mit". |
Raumfarben als Heilmittel
Wie stark Raumfarben auf uns wirken, welchen Einfluss sie auf uns
haben, wurde mit zahlreichen Versuchen in öffentlichen Einrichtungen
wie Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen oder auch Haftanstalten
belegt.
Durch richtige Farbwahl können z.B. Patienten Schmerz-Linderung
erfahren und in anderen Einrichtungen konnte das Aggressions-Potential
deutlich gesenkt werden. So werden heute in einigen Unfallkliniken
die Räume für Patienten mit starken Verbrennungen in den
Grün- und Blautönen eines Gletschers gestrichen, um diesen
Patienten eine gewisse Kühle und somit auch Schmerzlinderung
zu bescheren.
Anthroposophen streichen die Wände ihrer Kliniken, Altenheime
und Schulen schon seit den zwanziger Jahren nach Erkenntnissen der
Farbheilung und sind damit therapeutisch sehr erfolgreich.
Natürlich sind Farben nicht nur im medizinisch-therapeutischen
Bereich nutzbar, sondern von jedem anwendbar, wenn man sich mit ihnen
umgibt. |
Farben im Wohnbereich
Farben richtig einzusetzen ist keine Kunst, wenn man weiß, wie
sie wirken:

ist als Wandfarbe am gebräuchlichsten. Wenn es geschickt mit
Accessoires und Bildern durchbrochen wird, sorgt es für Klarheit
und Weite.
- Positive Assoziationen:
Unschuld, Sauberkeit, Weisheit, Heiliges, Leere

verstärkt im Raum klare Linien, vermittelt aber auch Kühle.
Besonders sinnvoll eingesetzt, wenn man chaotische Charakterzüge
mildern will.

bringt Wärme und Sonnenglanz in die Räume. Diese Farbe stärkt
das Herz und hat eine hohe Heilschwingung.

bringt viel Licht in einen Raum und stimmt heiter. Gelb macht kleine
Räume größer und dunkle Räume heller.
- Positive Assoziationen:
Licht, Sonne, Erleuchtung, Helligkeit, reifes Obst, Blumenduft,
Blüten, Gold
- Negative Assoziationen:
Gift, Galle, Eiter, Schwefel, Neid, Eifersucht

bringt in seiner dunkleren, gedämpften Variante Wärme und
Gemütlichkeit.
Das leuchtende Frühlings-Orange peitscht auf und hält wach
deshalb sparsam einsetzen, damit die Wirkung nicht zu aufregend
wird.
- Positive Assoziationen:
Wärme, Abendsonne, Feuer, Erotik, Apfelsinen, Fruchtbarkeit,
Fraulichkeit

eignet sich nicht für Plätze, an denen kommuniziert werden
soll, da man energetisch aufgeladen wird oder bleibt, und dies sonst
oft zu Streitigkeiten führen könnte. Für Morgenmuffel,
z.B. im Bad geeignet.
- Positive Assoziationen:
Energie, Kraft, Liebe, Leidenschaft, Lust, Feuer, Glut, Willenskraft,
Mut, Rosen, Kirschen
- Negative Assoziationen:
Kampf, Verletzung, Mord, Wut, Opfer, Sucht, Chaos, Egoismus, Gefahr,
Macht, Hexen, Krieg, Apokalypse

besänftigt, sensibilisiert und reduziert Aggressions-Potentiale.
Zusammen mit einem Lind- oder Apfelgrün beeinflusst es das Verhalten
von cholerischen Menschen überaus positiv.

wirkt als Vollton schwer und mystisch, in zarteren Versionen wie lila
oder flieder sensibilisiert es jeden, der den Raum betritt und ist
daher für den Eingangsbereich einer Wohnung sehr geeignet.
- Positive Assoziationen:
Spiritualität, Religiosität, Feierlichkeit, Mystik
- Negative Assoziationen:
Magie, Macht

als Mittelblau sparsam verwendet, wirkt es sehr beruhigend. Als Hellblau
kühlt es den Raum und gibt Weite für Menschen mit
hohem Blutdruck und viel "Hitze" sehr angenehm. Speziell
für Schlafräume geeignet. Im Wohnzimmer könnten Besucher
leicht frösteln.
- Positive Assoziationen:
Ruhe, Weite, Tiefe, Himmel, Luft, Wasser, Sehnsucht, Kühle,
Treue, Vertrauen
- Negative Assoziationen:
Grün und blau schlagen, blau sein, den Blues haben

wirkt als Blautürkis antiseptisch, für alle Bereiche, die
dieses Gefühl vermitteln sollen - wie Bäder, Toiletten oder
Praxisräume - ideal. Gelbtürkis wirkt dagegen heiter.

entstresst und führt zu unserer Mitte. Für alle Ruhe- und
Erholungs-Räume ideal. Ganz besonders gut für Menschen mit
einer Herzschwäche.
- Positive Assoziationen:
Natur, Wachstum, Harmonie, Leben, Frieden, Sympathie, Zufriedenheit,
Frische

ist die ideale Farbe für Fußböden, z.B. Parkett oder
Terrakotta-Fliesen. Es vermittelt das Gefühl, festen Boden unter
den Füßen zu haben.
An den Wänden gibt es einen Höhlencharakter. Für Kinderzimmer
sind dunkle Brauntöne ungeeignet Kinder brauchen Spektralfarben
und helle, klare Töne.
- Positive Assoziationen:
Bäume, Holz, Nüsse, Leder, Tabak, "Mutter Erde"
- Negative Assoziationen:
Gutbürgerlichkeit, Nationalsozialismus, Fäkalien
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Farben im Schlafzimmer
Kühle Farben sind für das Schlafzimmer sehr gut geeignet,
da sie beruhigend wirken. Hellblau ist aufgrund seiner kühlenden
Wirkung auch ideal, da ein nicht so hoch temperierter Schlafraum empfehlenswert
ist. Des Weiteren ist ebenso das entstressende Grün hervorragend
für Ihr Reich der Träume geeignet, sowie das erfrischende
Türkis.
Rot im Schlafzimmer ist wohl nur anzuraten, wenn man eine erotische
Note hineinbringen will, da diese Farbe auf den Menschen stark aktivierend
wirkt und auch eine positive Auswirkung auf Ihre Sexualität haben
kann. Rot kann in zu starker Intensität jedoch auch als erdrückend
empfunden werden.
Vorsichtig sollten Sie mit der Verwendung der Farbe Violett in Ihren
Schlafgemächern sein. Es unterstützt zum einen das seelische
Gleichgewicht und kann den Körper beruhigen, kann aber zum anderen
auch zur Verringerung der sexuellen Lust führen. |
Farben in Arbeitsräumen
Die Farbgebung in Arbeitsräumen wird oftmals vernachlässigt
und dies obwohl man hier einen Großteil der Woche verbringt
beziehungsweise verbringen muss.
Daher wollen wir Ihnen zumindest einige hilfreiche Tipps mit auf den
Weg geben.
Hierbei wird der private Arbeitsplatz oden der Arbeitsplatz in kleineren
Firmen angesprochen, bei welchem keine besondere Rücksicht auf
ein besonderes "Corporate Design" genommen werden muss:
Pastelltöne und vor allem gedeckte Variationen von Rosé
schaffen eine sehr angenehme Atmosphäre, in der sich insbesondere
Frauen sehr wohlfühlen. Diese Farben sind besonders bei kreativen
Berufsgruppen, wie z.B. in Kosmetikstudios oder Schmuck- und Kunstgeschäften
optimal.
Möchten Sie eine klare, vertrauenserweckende und seriöse
Atmosphäre in Ihrem Arbeitsraum erschaffen, so sind helle Blautöne
hierzu sehr geeignet. Die klare Linie können Sie durch Einrichtungsgegenstände
mit Chrom- oder Edelstahlkomponenten unterstreichen.
Mit freundlichem Gelb, Weiß und Hellgrün können Sie
in Ihren Arbeitsrämen eine gute Kommunikationsbasis herstellen,
da Sie hierdurch Freundlichkeit und Offenheit signalisieren.
Orange kann Ihnen zur Motivationssteigerung verhelfen und Ihnen ein
größeres Durchhaltevermögen bescheren.
Bitte gehen Sie jedoch mit Orange relativ sparsam um, da das Übermaß
an Aktivität, das eventuell von dieser herrlichen Farbe ausgelöst
wird, durchaus auch ins Gegenteil umschlagen kann. |
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