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Kapok-Frucht

Die Kapokfasern stammen aus den Fruchtkapseln des Kapokbaumes, der wild-wachsend in den tropischen Regionen Asiens vorkommt und weder gedüngt noch gespritzt wird. Die Kapokfaser wird nach ihrer Ernte auch nicht weiter behandelt, d.h. sie erfährt keine Wäsche und keinerlei unnötige "Veredelung". Sie wird somit völlig naturbelassen in die Steppwaren und Matratzen eingebracht.

Die natürliche Hohlfaser ist seidig glatt und hat eine natürliche Wachsbeschichtung. Das macht die Faser sehr leicht - Kapok wird deshalb auch "Pflanzendaune" genannt. Kapok ist wärmeregulierend und atmungsaktiv. Die Faser regeneriert gut an der frischen Luft und ist problemlos waschbar.

Kapok hat also aus ökologischer Sicht viele Vorteile und ist eine pflegeleichte, unkomplizierte Faser für Steppwaren. Wir haben deshalb sowohl Kissen mit Kapok-Füllung als auch Bettdecken mit Kapok-Beimischung in unserem Sortiment.

Aber ist Kapok auch eine Wunderpflanze gegen Allergien?

Kapok für milbenfreie Nachtruhe und gesunden Schlaf - dieses Ammenmärchen taucht immer wieder aus der Versenkung auf und zieht allergiegeplagten Menschen das Geld aus der Tasche. Die Werbeaussage:
"Kapok ist das ideale Material für Allergiker, denn Kapok riecht nicht und der Gehalt eines natürlichen Bitterstoffes hält Motten und Milben fern..."
"Milbensicher" und "allergikergeeignet" sind die Attribute, die im Zusammenhang mit Kapokmatratzen und anderen Kapokprodukten immer noch auf dem Markt kursieren.

Gibt es konkrete Belege für diese Behauptungen?

  • Deutschlands größter Kapokfaser-Importeur kann bis heute keinen einzigen wissenschaftlichen Nachweis für die "anti-allergische" bzw. "anti-bakterielle" Wirksamkeit erbringen.
  • In praktisch allen Schriften und Katalogen der Universitäts-Bibliotheken gibt es keine einzige Textstelle, die auf die anti-allergischen Fähigkeit von Kapok hinweist.
  • Bei allen namhaften chemischen Prüflabors Deutschlands ist es nicht bekannt, dass Kapok als die Wunderwaffe gegen Milben gelten soll.
    Untersuchungen diesbezüglich wurden noch nie vorgenommen.
  • Egal wie viel Zeit man für Internet-Recherchen zur Verfügung stellt, hier findet man lediglich jede Menge Anbieter von Kapok-Produkten, die wiederum von anderen Anbietern nahezu den gleichen "Anti-Milben-Text" abgeschrieben haben.
  • Wenn man zu vorhandenen Untersuchungs-Berichten über Kapok fündig wird (z.B. in englischen oder amerikanischen Suchmaschinen), dann erhält man in erster Linie Informationen zu bekannten Publikationen, die vor dem Irrglauben warnen, dass Kapok Milben fern hält.
  • Lediglich in verschiedenen "Brockhaus"-Ausgaben wird davon geschrieben, dass Kapok ein Polstermaterial ist, dass von Ungeziefer gemieden wird. Der Begriff "motten- und milbensicher" wird zukünftig auch dort, laut einem Schreiben des Lexikon-Informationsdienstes vom 08.08.2005, nicht mehr verwendet werden!
  • Gerne informieren wir Sie zu einem Gerichtsurteil vom 17.12.2007.

Fazit:

  • Wenn Sie Milben- oder Hausstaub-Allergiker sind, sind Kapok-Matratzen oder Kapok-Steppwaren keine Wunderwaffe.
  • Es gibt bis heute keinen einzigen Nachweis dafür, der seriös geführt wurde.
  • Selbst für den Fall, dass Kapok einen Bitterstoff enthält, der Milben abhalten könnte, heißt dieses noch lange nicht, dass sich nicht Milben zwischen den Kapokfasern aufhalten, um sich von den angeschimmelten Hautschuppen zu ernähren.
  • Wie auch alle Krankenkassen und Allergiker-Verbände empfehlen wir Ihnen bei Allergien:
    Waschen, waschen und nochmals waschen - nur so entfernen Sie die Milben aus Ihrem Bett!

Dieser Artikel soll nur Ihrer allgemeinen Information dienen und darf keinesfalls Grundlage für eine Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung sein. Er kann einen Arztbesuch selbstverständlich nicht ersetzen.



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