Verlege-Anleitung



Teppiche verlegen ohne Gift


Teppichboden
Teppichböden werden in Wohnungen heute nicht mehr oft geklebt, sondern lose verlegt. Das ganzflächige Verkleben von Teppichböden lohnt sich meist nur in stark beanspruchten Räumen wie z.B. Büros. Auf Fußboden-Heizungen sollte der Teppich jedoch komplett verklebt werden. Sonst können sich Luftblasen bilden.

Teppiche von hoher Qualität haben genug Festigkeit, um in Räumen bis 20 qm auch lose verlegt werden zu können. Sie werden mit doppelseitigem Klebeband oder mit Klettklebebändern entlang der Wände fest gemacht. Spannen ist die eleganteste Lösung, aber auch sehr aufwändig. Es erfordert einiges Geschick, den Belag an Nagelleisten entlang der Wände zu befestigen. Das sollte ein Fachmann machen. Dafür spart man sich das Geld und die Zeit für Kleber in der Wohnung.


Grundsätzliches


Für das Verlegen von Naturfaser-Teppichböden gelten die gleichen Bedingungen wie für alle anderen Bodenbeläge. Die Unterböden müssen entsprechend der VOB DIN 18365 vorbereitet sein, d.h. ebener, rissefreier und trockener Untergrund. Außerdem sollten dichte, nicht saugfähige Untergründe (z.B. Gussasphalt oder grundierte Estriche) bei Verwendung von Dispersions-Klebstoffen in ausreichender Dicke (empfohlen ca. 2mm) gespachtelt werden.

Bitte beachten Sie, dass ein Naturfaser-Teppichboden bei Luftfeuchtigkeits-Schwankungen seine Dimension verändert. Aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich, daß die zu verlegende Ware vor dem genauen Zuschnitt mindestens 24 Stunden akklimatisieren muß (d.h. grob auslegen und abwarten).

Bei Fußboden-Heizungen muss der Boden normale Zimmer-Temperatur aufweisen und die Heizung nach Verlegung 24 Stunden ausgeschaltet bleiben. Aufgrund dieser positiven hygroskopischen Eigenschaft der Naturfasern sollten Sie die einzelnen Bahnen mit einem Zuschlag von ca. 2% bemessen, damit bei eventuellen Schrumpfungen nach der Akklimatisations-Phase keine zu kurzen Bahnen vorhanden sind.


Verlegearten


1. Lose Verlegung
Grundsätzlich sollten alle Naturfaser-Teppichböden aus der allnatura-Kollektion verklebt werden (Doppelklebeband oder bei großen Flächen mit Kleber).
Da Naturfasern bei Luftfeuchtigkeits-Schwankungen ihre Dimension verändern können, ist eine lose Verlegung nicht zu empfehlen. Eine komplett lose Verlegung erfolgt immer auf eigenes Risiko des Verlegers.

2. Fixierung
Klebstoff-Hersteller bieten für die verschiedenen Rücken-Konstruktionen Fixierungen an, wobei die Fixierung unserer Naturfaser-Produkte immer auf eigenes Risiko des Verlegers erfolgt.
Einen entsprechenden, auch in Bezug auf Schadstoffe unbedenklichen Kleber finden Sie in den meisten örtlichen Baumärkten.

3. Verspannen
Diese Verlege-Methode bietet sich auch für einige Naturfaser-Produkte aus unserem Lieferprogramm an. Welche Produkte sich für diese Verlege-Methode eignen, ist pauschal nicht zu beantworten, so dass Sie sich bitte bei Bedarf mit unserem Verkaufsteam in Verbindung setzen sollten.

4. Vollflächiges Verkleben
Grundsätzlich sind die Klebstoff-Empfehlungen der Klebehersteller für die verschiedenen Rücken-Konstruktionen zu beachten. Bitte setzen Sie sich bei gezielten Fragen mit dem Fachpersonal Ihres örtlichen Baumarktes in Verbindung. Diese können Ihnen mit Sicherheit alle Fragen zur Verklebung von Naturfaser-Bodenbelägen beantworten.


Verlegetechnik (bei einer vollflächigen Verklebung)


Das Schneiden der Ware sollte bei größeren Objekten mit einem elektrischen Kreismesser erfolgen. Bei kleineren Objekten können Sie Zuschnitte problemlos mit einer großen Hakenklinge (Abb. 1) ausführen. Weiterhin ist ein Zuschnitt mit der Trapezklinge z.B. unter Zuhilfenahme einer Schiene möglich. Bitte verwenden Sie ausschließlich scharfe Klingen und wechseln Sie diese regelmäßig.
Bei einer vollflächigen Verklebung müssen die Webkanten grundsätzlich abgeschnitten werden, da diese in der Regel nicht gleichmäßig sind. Außerdem ist es technisch leider nicht möglich, die Ware genau von Webkante zu Webkante mit einer Rücken-Ausrüstung zu versehen.
 
Zuschneiden des Teppichbodens
 
Doppelschnitt
  Mit dem elektrischen Kreismesser kann das Schneiden in einem Doppelschnitt erfolgen (2 Bahnen werden übereinandergelegt) (Abb. 2). Mit geschnittenen Bahnen sollte sehr sorgfältig umgegangen werden, damit sich die im Randbereich angeschnittenen Kettfäden nicht vom Schußfaden lösen.
 
Wenn der gleichmäßige Kleberauftrag entsprechend erfolgt ist, werden die Bahnen in das noch nasse Klebstoffbett eingelegt. Wichtig ist dabei, daß die Schnittkanten mit Kleber benetzt werden. Dieses können Sie mit einem sogenannten Katzenbuckel erreichen (Schnittkante wird leicht gewölbt und durch das Kleberbett geschoben), oder Sie ziehen aus dem Kleberbett mit dem Zahnspachtel etwas Kleber gegen die Schnittkante (Abb. 3). Auch mit einem kleinen Pinsel läßt sich ggf. etwas Kleber an die Schnittkante bringen. Vorsicht, daß bei diesem Arbeitsgang kein Kleber an die Oberseite kommt. Anschließend muß der Belag mit einer Walze in das Kleberbett eingedrückt werden.
 

Bitte beachten Sie, dass die Rücken-Konstruktion Jute/Flachs bei Sisal- oder Schurwoll-Auslegeware etwas schneller im Kleberbett anzieht, so dass Korrekturen der Bahnen umgehend vorgenommen werden müssen. Kopfnähte sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn sich dieses allerdings nicht verhindern lässt (z. B. bei Säulen), muss diese Naht mit dem Knie-spanner wieder zusammengeschoben werden.
Bitte benetzen Sie dann auch diese Schnittkante mit Kleber.


Wichtige Hinweise:


Bitte prüfen Sie die gelieferte Ware vor dem Zuschnitt und Verlegen. Bereits zugeschnittene oder verlegte Ware kann nicht mehr zurückgenommen werden. Farb-Abweichungen bei Lieferungen aus verschiedenen Partien sind "natur"-bedingt. Bitte beachten Sie dieses beim Verlegen von Bahnen aus unterschiedlichen Partien.

Bei Sisalfasern ist zu beachten, dass diese ein relativ geringes Wiedererhol-Vermögen haben. Aus diesem Grund sollten Punkt-Belastungen, wie sie z.B. durch das Befahren mit Transport-Wagen, längeres Knien oder auch spitze Stuhlbeine entstehen können, möglichst vermieden werden. Druckstellen werden jedoch erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit durch das regelmäßige Begehen weniger auffallen.  
 
 
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