Matratzen-Warenkunde



Wer sich heutzutage eine neue Matratze kaufen möchte, hat es nicht leicht, sich zwischen den verschiedenen Matratzenarten zurechtzufinden:
Die Entscheidung zwischen Federkern-, Kaltschaum-, Latex- und Naturmatratzen hängt hierbei wesentlich von Ihren eigenen Erwartungen und Schlafbedürfnissen ab.

In unserer Matratzen-Warenkunde möchten wir Ihnen die Unterschiede der verschiedenen Matratzenarten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen verdeutlichen.

Wir möchten Ihnen hier verschiedene Matratzen-Arten vorstellen:



1. Federkernmatratzen

Federkern
Federkern
Allgemeines:
  • Federkern-Matratzen zählen zu den derzeit noch am meisten verkauften Matratzen. Sie sind relativ preisgünstig herzustellen und werden daher i.d.R. von jüngeren Personen bevorzugt.
  • Der Kern dieser Matratzen besteht aus einer Vielzahl von Stahlfedern, die durch ein Geflecht miteinander verbunden sind. Dieser Kern wird in der Regel von einem Feinpolster aus Wolle, Baumwolle oder Schaumstoffmaterial nach außen hin abgepolstert.
  • Es gibt drei Arten von Federkern-Matratzen:
    Mit tailliertem Bonell-Federkern, mit in einzelne Taschen eingenähtem Taschenfederkern und mit dem sogenannten GR-Federkern, der aus endlos aneinander gereihten Federkörpern besteht.

Pflege und Lattenrost:
  • Federkern-Matratzen sind universell zu handhaben, da diese fast auf jeden Unterbau gelegt werden. Durch die hohe Eigen-Stabilität müssen sie nicht so oft gedreht werden, wie dies bei Latex- oder Kaltschaum-Matratzen nötig ist. Auch reicht ein einfachster, unelastischer Lattenrost mit breiten Leisten als Unterfederung aus, da die Flexibilität in erster Linie über die Matratze und weniger in Verbindung mit dem Lattenrost funktioniert.

allnatura-Kommentar:
  • Gewöhnliche Federkern-Matratzen sind aufgrund der schlechten Punktelastizität für Personen ohne Rückenbeschwerden oder für das selten genutzte Gästezimmer geeignet. Taschenfederkern-Matratzen (z.B. Tonnentaschenfederkern-Matratzen) besitzen aufgrund Ihres Aufbaus eine gute Punktelastizität, sind i.d.R. jedoch wesentlich teurer als gewöhnliche Federkernmatratzen.
  • Untersuchungen haben ergeben, dass die Metallspiralen von Federkern-Matratzen das natürliche Erdmagnetfeld über Ihrem Schlafplatz in seiner Intensität verzerren und stören können - wenn man den Federkern an den Antennenanschluss eines Fernsehgerät anschließt, bekommt man im Normalfall alle offenen Kanäle herein - völlig störungsfrei.
  • Weitere Links zum Thema: Metalle im Bett, Elektrische und magnetische Felder.

2. Latexmatratzen

Latexmatratze
Latexmatratze
Allgemeines:
  • "Latex" wird in einem speziellen technischen Aufschäumverfahren aus Kautschuk hergestellt. Hierbei wird im konventionellen Handel meist synthetisch hergestellter Kautschuk (aus Rohöl) verwendet. Im ökologischen Handel wird hierzu meist Naturkautschuk verwendet, der aus dem Saft des Kautschukbaumes gewonnen wird. Doch "Naturlatex-Matratze" bedeutet nicht, dass ausschließlich Naturkautschuk und kein synthetischer Latex verwendet wurde: Unter "Naturlatex" werden auch Matratzen mit einer max. Beimischung von ca. 10-30% Naturkautschuk angeboten. Der Restanteil ist wieder Synthese-Latex, also wieder weitgehend ein Rohöl-Produkt!
  • Naturlatex stammt aus den Säften des tropischen Kautschukbaumes 'Hevea Brasiliensis'. Latex wird unter Zusatz von Schwefel und Alterungs-Schutzmitteln in Stahlformen mit Kühlstiften aufgeschäumt und bei Temperaturen um 100 C wie ein Kuchen gebacken (vulkanisiert).
  • Es gibt Matratzen mit Stiftlatex, der kleine Hohlräume mit einem Durchmesser von ca. 5-10mm aufweist und den Kavernenlatex mit deutlich größeren Hohlräumen. Durch diese Belüftungsanordnung wird für eine gute Wärmeisolation und ausreichenden Feuchtigkeitstransport gesorgt. Die Punktelastizität (auch in Verbindung mit einem 5- oder 7-Zonen-Körperstützsystem, welche für die Körperanpassung verantwortlich ist, ist bei Latexmatratzen optimal. Somit sind Latex-Matratzen - unabhängig, ob aus Rohöl oder Naturkautschuk hergestellt - fast allen anderen Matratzen-Varianten überlegen.
  • Matratzen mit Latexfüllung sind recht hygienisch und staubfrei. Das Liegeverhalten reicht von eher weich bis ziemlich fest. Dieses hängt mit der Verdichtung des Materials zusammen, in der Fachsprache "Literschaumgewicht" genannt. Ein hohes Literschaumgewicht ist in der Regel ein Indiz für hohe Elastizität, Haltbarkeit und Tragfähigkeit. Geringeres Literschaumgewicht bedeutet geringeres Wiederaufrichtungs-Vermögen, d.h. eine Kuhlenbildung auf der Matratze wird gefördert bzw. die Lebensdauer der Matratze ist eher geringer.
  • Es wird speziell dem Syntheselatex nachgesagt, dass durch die Lichtempfindlichkeit dieses Materials vor direkter UV-Licht-Einstrahlung (z.B. direktes Sonnenlicht auf den Latexkern) geschützt werden muss, da es sonst schnell altert und zerfällt. Deshalb sollten Matratzen aus Latex mit guten Matratzenbezügen versehen werden.
  • Wichtig ist, dass der Bezug der Latexmatratze hochelastisch ist, um die positiven Eigenschaften des Latexkerns bis an die Oberfläche weiterzugeben und diese durch einen starren Stoff nicht "abzustoppen".

Pflege und Lattenrost:
  • Für Latexmatratzen braucht man einen speziell für sie geeigneten Lattenrost mit eng stehenden, überwölbten und federnden Leisten, die über bewegliche Kautschuk-Kappen in den Lattenrost-Holmen gelagert sind.
  • Latexmatratzen müssen regelmäßig gedreht und gewendet werden: Anfänglich regelmäßig alle 4-6 Wochen, später 5 bis 6 mal pro Jahr. Der Matratzen-Kern und die jeweilige Verpolsterung werden dadurch gleichmäßig belastet und die Matratze behält ihre Elastizität.

allnatura-Kommentar:
  • Achten Sie beim Kauf von Latexmatratzen darauf, ob Sie eine Matratze aus synthetischem Latex (Rohöl) oder aus Naturlatex (Naturkautschuk) verwenden möchten. Wenn Sie eine Naturlatexmatratze wünschen, achten Sie darauf, dass diese im Latexanteil zu 100% aus Naturkautschuk besteht!
  • Viele Latexmatratzen bestehen aus einer Mischung von Naturlatex und Synthese-Latex. Reine Naturlatexmatratzen sind relativ selten. Um all diese Matratzen besser unterscheiden zu können, wurde 1995 der Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL) gegründet. Der QUL vergibt Qualitätssiegel an geprüfte Naturlatex-Matratzen. Achten Sie beim Kauf von Naturlatexmatratzen darauf, dass der Hersteller der Matratze oder der Hersteller des Matratzenkerns QUL-zertifiziert ist!
  • Weitere Links zum Thema: Naturlatex aus 100% Naturkautschuk, QUL.

3. Kaltschaummatratzen

Kaltschaum
Kaltschaum
Allgemeines:
  • Bei Kaltschaummatratzen besteht der Matratzenkern aus einer synthetischen Kaltschaumfüllung. Es handelt sich hierbei um einen Polyetherschaumstoff, welcher aus Polyolen und Isocyanaten hergestellt wird - also ein reines "Rohöl-Produkt". Der Zusatz von Wasser lässt diese beiden Verbindungen miteinander reagieren und führt eine Abspaltung von Kohlendioxid herbei, so dass der Schaumstoff entsteht. Im Vergleich zu den sogenannten Heißschäumen wird er nicht mit Gasen und bei hohen Temperaturen, sondern mit Luft und eben kalt geschäumt und ist daher gesundheitlich relativ unbedenklich.
  • In den letzten Monaten ist es verschiedenen Herstellern gelungen, große Teile der Polyole durch nachwachsende Rohstoffe wie z. B. Rizinusöl, Sonnenblumenöl, etc. zu ersetzen.
    Dieses ist ein sehr positiver Trend, dem sich zwischenzeitlich auch unsere Firma angeschlossen hat und dementsprechende Matratzen anbietet.
  • Kaltschaum-Matratzen weisen eine bessere Durchlüftung auf, als die im stationären Handel üblichen synthetischen Latex-Matratzen. Durch die unregelmäßige, grobe und offenzellige Porenstruktur verfügen sie über eine höhere Atmungs-Aktivität und eine extrem gute Feuchtigkeits-Durchlässigkeit. Er ist elastisch und federt eher passiv, d.h. das Liegeverhalten auf einer Kaltschaummatratze ist weniger punktelastisch wie bei einer Matratze aus Naturlatex, man spricht hier von einem "Hängematten-Effekt", bzw. Flächen-Elastizität.
    Unsere Bio-Kaltschaum-Matratzen (mit Beimischung von Naturöl) bieten Ihnen jedoch durch ihr außergewöhnlich hohes Raumgewicht (RG60) punktelastisches, körperangepasstes Liegeverhalten.
  • Kaltschaum ist unter den synthetischen Schaumstoffen das momentan bekannteste Material. Dies kommt daher, dass es im konventionellen Handel als "Hightech-Produkt" mit perfekten Eigenschaften angepriesen wird. Interessant hierbei ist, dass Kaltschaum keineswegs ein neuartiges Material ist, sondern schon in den 70er Jahren in der Polstermöbel-Industrie eingesetzt wurde. Meist wird es von Herstellern und Händlern deshalb als das "non-plus-ultra" angepriesen, da die Herstellung relativ günstig ist und vergleichsweise hohe Verkaufspreise erzielt werden können, was die Gewinnspannen für diese Matratzen sehr interessant macht.

Pflege und Lattenrost:
  • Wie bei Latexmatratzen braucht man auch bei Kaltschaummatratzen einen speziell für sie geeigneten Lattenrost mit eng stehenden Federleisten.

allnatura-Kommentar:
  • Kaltschaummatratzen werden im konventionellen Handel (aufgrund der interessanten Gewinnspannen bei Kaltschaummatratzen) in etwa mit dem Liegeverhalten von Latexmatratzen verglichen. Dieses ist jedoch meistens nicht richtig:
    Konventionelle Kaltschaummatratzen reagieren hauptsächlich flächenelastisch: Nicht nur der belastete Bereich sinkt ab, sondern auch die umliegenden Bereiche geben nach. Latexmatratzen hingegen reagieren punktuell auf Druck und schafft es so, sich perfekt an die Form des Körpers anzupassen. Ähnlich punktelastisch reagiert eine Kaltschaum-Matratze nur, wenn sie ein sehr hohes Raumgewicht (mindestens RG60) hat.
  • Flächen-elastische Schlaf-Unterlagen werden in der Regel jungen Menschen im Wachstum (noch keine ausgeprägte Skelettur und Muskulatur vorhanden), Personen, die in der Bauch- oder Halbseitenlage schlafen und keine größeren LWS- oder HWS-Beschwerden haben, oder auch Menschen mit verstärkter Muskulatur empfohlen.
  • Kaltschaummatratzen werden höchst geruchsempfindlichen Personen empfohlen (z.B. bei MCS-Allergie), da diese nahezu geruchlos sind.
  • Durch ihr im Vergleich zu Latex-Matratzen niedriges Gewicht erleichtert eine Kaltschaum-Matratze älteren Menschen und Menschen mit Bandscheibenschäden das nötige Drehen und Wenden der Matratze sehr.
  • Weitere Links zum Thema: Kaltschaum, Punktelastizität contra Flächenelastizität.

4. Visco-Matratzen

Viscoschaum
Viscoschaum
Allgemeines:
  • Viscoschaum geht nach einer Belastung nur sehr langsam in die ursprüngliche Form zurück und bildet so einen Körperabdruck. Durch diese Eigenschaft ist es möglich, dass der Körper absolut ohne Gegendruck gelagert werden kann, da im Material ein exakter Körperabdruck des Schlafenden entsteht.
  • Durch diesen "Memory-Effekt" werden Druckspitzen, die zum Beispiel bei Seitenschläfern an Schulter und Hüfte entstehen können, vermieden.
  • Weiterer positiver Effekt: das Körpergewicht ist immer gleichmäßig verteilt. Dies bedeutet, dass im Alltag Druckschmerzen und Durchblutungs-Störungen vermieden werden und der Körper entspannt und orthopädisch korrekt auf der Matratze ruhen kann.
  • Es ist jedoch wichtig, dass die Viscoschaum-Schicht in der Matratze nicht zu hoch ist, da durch den Körperabdruck in der Matratze, der sich erst langsam zurückbildet, jede Bewegung auf der Matratze extrem erschwert wird und somit das Drehen und Wenden im Bett sehr anstrengend wird. Daher ist es sinnvoll, Visco-Schaum mit einem weniger trägen Schaum wie z.B. Naturlatex oder Kaltschaum zu kombinieren (Sandwich-Aufbau)

Pflege und Lattenrost:
  • Wie bei Latexmatratzen braucht man auch bei Viscoschaum-Matratzen einen speziell für sie geeigneten Lattenrost mit eng stehenden Federleisten.

allnatura-Kommentar:
  • Visco-Schaum reagiert auf Körperwärme und passt sich der individuellen Körperform so genau an, dass ein entspannter Schlaf in jeder Position möglich ist.
    Diese Matratzen sind besonders für druckempfindliche Schläfer geeignet und werden im medizinischen Bereich auch zur Prophylaxe von Dekubitus verwendet.
  • Da die Matratze Ihren Effekt erst durch die Erwärmung der Matratze durch den menschlichen Körper erlangt, ist eine Liegeprobe im stationären Handel nicht relevant.
  • Nachteilig ist, dass im konventionellen Handel größtenteils Visco-Matratzen großer Herstellernamen angeboten werden, die sich leider durch schlechtere Atmungsfähigkeit und negativen Feuchtigkeits-Transport auszeichnen. Somit schläft der Verbraucher oft in seinem "eigenen Saft".
  • Weitere Links zum Thema: Viscoschaum.

5. Wasserbetten

Wasserbett
Wasserbett
Allgemeines:
  • Das heutige Wasserbett, d.h. eine Matratze mit Wasserfüllung, entwickelt in den 60er Jahren, wurde zunächst in den USA und bald darauf in Europa zum Kult.
    Die werblichen Aussagen im konventionellen Handel sind: "Wasser ist nicht komprimierbar und passt sich vollkommen der Belastungs-Verteilung an. Es gewährleistet eine druckfreie Lagerung von Wirbelsäule, Schulter- und Hüftknochen."
  • Für ein Wasserbett mit der Breite 180-200cm braucht man je nach Bauart 500-800 Liter Wasser (somit 500-800kg Gewicht!). Das Wasserbett wird durch eine thermostatgesteuerte Heizung kontinuierlich temperiert.
  • Man unterscheidet "Hardside"- und "Softside"-Systeme. Softside-Systeme können in viele herkömmliche Betten mit seitlichen Auflageleisten eingebaut werden. Der Wasserkern liegt in einem Rahmen aus Schaumstoff, der durch Holzleisten fixiert wird. Hardside-Systeme werden ringsrum durch einen Möbelrahmen gehalten.
  • Manchen Menschen bereitet der Wellengang eines Wasserbettes Schwierigkeiten. Es gibt daher im Handel auch "wellenberuhigte" Wasserbetten mit weniger Wasser und mehr Schaumstoff im Kern. Wasserbetten müssen fachmännisch aufgebaut (Statik, Gewicht, Auslauf-Sicherheit!) und regelmäßig gewartet (Wasseraufbereitung, Heizung) werden.

Pflege und Lattenrost:
  • Um einer Fäulnis-Bildung des Wassers vorzubeugen, muss das Wasser mit einem sog. "Wasserkonditionierer" ausgerüstet werden.
    Da die Feuchtigkeit (Nachtschweiß) durch die Kunststoff-Oberfläche der Wasserbett-Folie nicht abdampfen kann, ist es wichtig, die Bettdecken und Unterbetten regelmäßig zu lüften.
  • Ein spezieller, separater Lattenrost ist beim Wasserbett nicht notwendig.

allnatura-Kommentar:
  • "Schlafen auf Wasser ... " - das ist der Alptraum jedes Baubiologen oder Rutengängers und muss hier nicht weiter kommentiert werden!
  • Ein Mensch schwitzt pro Nacht durchschnittlich 0,5 bis 1,0 Liter Flüssigkeit über die Haut aus. Selbst, wenn die Wasserbett-Vinylfolie (reines Plastik) mit dickeren Bezügen versehen ist, stellt sich die Frage, wohin der Nachtschweiß fließt.
    Hier argumentiert der konventionelle Handel mit einer Unterbetten-Ergänzung! Haben Sie schon einmal im Sommer gesehen, wieviel Feuchtigkeit nach einer Nacht in einem Wasserbett sich unterhalb eines solchen Unterbettes ansammelt? Aus diesem Grund lehnen die meisten Dermatologen Wasserbetten ab: Der Nachtschweiß muss durch die Matratze hindurch an die Luft abgegeben werden, da sich ansonsten an der Matratzen-Oberfläche ein sog. "Rückstau" ergibt, der die Hautfunktionen beeinträchtigen kann. Allein die Vorstellung, nachts "im eigenen Saft" zu liegen, nimmt unserer Meinung nach dem Wasserbett die Ästhetik.
    Doch das Hauptargument gegen ein Wasserbett lässt sich aus orthopädischer Sicht nennen: Einem Wasserbett fehlt die "orthopädische Stützung", die nur durch einen Gegendruck von unten, also durch einen entsprechenden Lattenrost und hochelastisches Material in der Matratze erfolgen kann! In einem Wasserbett findet lediglich eine Verdrängung des Wassers ohne elastischen Gegendruck statt.
    Laut unserer Erfahrung lassen sich mit Wasserbetten weder Schulter-, Nacken- oder Rücken-Beschwerden nachhaltig lindern. Personen, die z.B. an der Bandscheibe operiert wurden, sollten nicht auf einem Wasserbett aufgrund mangelnder ausreichender Stützung im Lendenwirbel-Bereich schlafen. Wenn der konventionelle Handel diesem Personenkreis einen solchen Matratzentyp anbietet, so ist dieses aus unserer Sicht "grob fahrlässig"!!
  • Um den notwendigen Komfort zu erzielen, muss ein Wasserbett dann noch über eine Stromzuführung entsprechend beheizt werden. Dies fördert zusätzlich den "Elektro-Smog" im Schlafzimmer!
    Und doch sind noch weitere Punkte zu beachten: Um einer Fäulnis-Bildung des Wassers vorzubeugen, muss das Wasser mit einem sogenannten "Wasserkonditionierer" ausgerüstet werden, also wieder "Chemie"!
    Auch sollte man als Inhaber eines Wasserbettes eine spezielle Hausrats-Versicherung abschließen, denn das Auslaufen von 500-800 Liter kann beträchtliche Wasserschäden hervorrufen!
  • Zitat aus Öko-Test-Kompakt "Rücken" in der Ausgabe 08/2006: "Die in der Werbung vielfach gepriesenen Wasserbetten sind aus orthopädischer und schlafmedizinischer Sicht nicht zu empfehlen." Dieses Fazit hat eine Expertenrunde aus Orthopäden, Schlafmedizinern, Bettentechnikern und Physiotherapeuten auf einer Tagung des Seminars "Wirbelsäule - Rückenschule - Schmerztherapie" gezogen. Problematisch sind demnach u.a. die zu hohe Einsinktiefe und nicht kontrollierbare Druckverhältnisse beim Liegen, die einen guten Schlaf im Wasserbett beeinträchtigen.

6. Luftbetten

Luftbett
Luftbett
Allgemeines:
  • Matratzen mit Luftfüllung, sog. "Luftbetten", sind im konventionellen Markt die neue Antwort auf die Wasserbetten und werden als "preiswerte Alternative" angepriesen.
    Luft ist jedoch komprimierbar, sie muß also gepreßt werden, d.h. Luftbetten funktionieren im Prinzip wie bessere Luftmatratzen.
  • Luftbetten sehen rein äußerlich wie 'normale' Matratzen aus. In ihrem Inneren befinden sich jedoch separate Zellkerne, die durch ein mitgeliefertes Pumpsystem mit Luft gefüllt werden. Der Luftdruck kann hierbei jederzeit individuell angepaßt werden. Luftbetten brauchen im Gegensatz zu Wasserbetten keine Heizung und funktionieren auch ohne angeschlossene Pumpe.
  • Luftbetten passen in jedes vorhandene Bettsystem. Durch den geschlossenen Luftkern ist laut Aussage des konventionellen Handels eine hinreichende Durchlüftung - wie beim Wasserbett - jedoch nur durch separate Auflagen erreichbar.

Pflege und Lattenrost:
  • Wenn der Luftdruck geringer wird, dann muss man die Matratze wieder aufpumpen, bis die gewünschte Härte erreicht ist - wie beim Fahrrad oder den Luftmatratzen beim Camping.
  • Bei Luftbetten benötigt man keinen speziellen Lattenrost, lediglich eine Platte oder starre Leisten, damit das Luftbett nicht "durch den Bettrahmen fällt".

allnatura-Kommentar:
  • Ein Luftbett bietet in etwa die gleichen Nachteile wie ein Wasserbett: "Wohin mit dem Nachtschweiß beim Schlafen auf Plastik?" und die fehlende orthopädische Unterfederung bzw. Unterstützung. Somit halten wir Luftbetten für orthopädisch und dermatologisch für sehr bedenklich. Sinnvoll ist diese Art von Matratzen aus unserer Sicht nur für Personen, die auch im Alltag nicht auf ein "Edel-Camping-Gefühl" verzichten möchten.

7. Gelmatratzen

Gelmatratze
Gelmatratze
Allgemeines:
  • Gelmatratzen oder auch Gelbetten genannt, sind in Aufbau und Wirkungsweise den Wasserbetten sehr ähnlich. Es wird dem Wasser zusätzlich ein Granulat beigemischt, so dass je nach Dosierung des Granulats eine dünn- bis dickflüssige Gelmasse hergestellt wird, die sich auch nachträglich ändern lässt. Eine Beheizung mit einer herkömmlichen Wasserbett-Heizung ist aufgrund der Trägheit der Gel-Masse nicht möglich.

Pflege und Lattenrost:
  • Da die Feuchtigkeit (Nachtschweiß) durch die Kunststoff-Oberfläche der Wasserbett-Folie nicht abdampfen kann, ist es wichtig, die Bettdecken und Unterbetten regelmäßig zu lüften.
  • Ein spezieller Lattenrost ist bei Gelmatratzen nicht notwendig.

allnatura-Kommentar:
  • Eine Gelmatratze bietet in etwa die gleichen Nachteile wie ein Wasserbett: "Wohin mit dem Nachtschweiß beim Schlafen auf Plastik?" und die fehlende orthopädische Unterfederung bzw. Unterstützung. Somit halten wir Gelbetten für orthopädisch und dermatologisch genauso bedenklich wie Wasserbetten.

8. Boxspring-Matratzen

Boxspring
Boxspring
Allgemeines:
  • "Boxspring" heißt soviel wie "Sprungfeder in der Kiste". Genau das ist ein Boxspring-system auch: Ein Holzrahmen mit eingebauter Federung bildet den Unterbau, darauf liegt eine hohe Federkern-Matratze (in modernen Versionen kann diese Matratze auch aus Kaltschaum oder Viscoschaum sein), den Abschluss bildet ein sogenannter "Topper", heutzutage üblicherweise eine Matratzenauflage aus einem Schaumstoff.
  • Durch die Untermatratze erreichen Boxspring-Systeme eine enorme Höhe. Daher muss das Bettgestell eine recht hohe Einlagetiefe aufweisen, oder die Matratze ragt sehr weit über den Bettrahmen hinaus. Deshalb sind hauptsächlich komplette Boxspring-Betten erhältlich, bei denen der Bettrahmen bereits dabei ist. Oft ist dieser mit Leder, Kunstleder oder Polsterstoff überzogen.

Pflege und Lattenrost:
  • Boxspring-Systeme sind universell zu handhaben und haben ihren Unterbau bereits enthalten. Somit ist kein separater Lattenrost nötig. Durch die hohe Eigen-Stabilität müssen die Matratzen nicht so oft gedreht werden, wie dies bei Latex- oder Kaltschaum-Matratzen nötig ist.

allnatura-Kommentar:
  • Boxspring-Betten sind gerade hoch im Kurs. Sie werden als höchst bequem und luxuriös beschrieben, quasi als königliche Schlafstätten. Hier zeigt sich, dass Werberummel und Wirklichkeit manchmal sehr weit auseinander liegen. Denn Boxspring-Systeme haben Vor- und Nachteile, wie jedes andere Bettsystem auch.
  • Klarer Vorteil: diese Systeme sind hoch und erleichtern so das Hinlegen und Aufstehen. Durch die große Höhe der Schlafunterlage bieten sie zudem einen höheren Schlafkomfort als herkömmliche Federkernmatratzen.
  • Boxspring-Systeme lassen sich nicht individuell an den Schläfer anpassen. Bei einem qualitativ hochwertigen Lattenrost dagegen ist dies durch die verstellbare Mittelzone in aller Regel möglich.
  • Das bloße Aufeinanderstapeln von Matratzen addiert aber eher die Nachteile als die Vorteile der Einzelschichten. Es entsteht ein eher schwammiges Liegegefühl. Boxspring-Betten schwingen stärker nach als hochwertige Latex- oder Kaltschaum-Matratzen.
  • Oft gibt es Probleme mit dem Feuchtigkeitstransport, besonders wenn der Bettrahmen mit Kunstleder "versiegelt" wurde.
  • Boxspring-Betten sind richtig sperrige "Brocken" und deshalb schwer zu transportieren. Außerdem sind sie im Vergleich mit herkömmlichen Bettkombinationen sehr teuer.
  • Nicht zu vernachlässigen sind auch die relativ großen Mengen an Metall im Bett. Das kann bei dafür empfindlichen Menschen Schlafstörungen hervorrufen. Lesen Sie mehr zum Thema Metalle im Bett.

9. Futons

Futon
Futon
Allgemeines:
  • Futons kommen aus Fernost, genauer aus Japan. Ein Futon ist im Original eine aus mehreren Schichten reiner Baumwolle zusammenlegbare Matratze und ist im Original eine sehr harte Angelegenheit. Im Zen-Buddhismus soll man ja bekanntlich so hart als möglich schlafen, damit man auch wirklich nur dann schläft, wenn man "hundemüde" ist.
  • Die Futons hierzulande haben mit den japanischen Erzeugnissen nur noch wenig gemein. Sie wurden den hiesigen Schlafbedürfnissen sehr angepasst. Europäische Futons bestehen heute aus verschiedenen Kombinationen von Füllstoffen, wie Schafschurwolle, Latex, Roßhaar, Kapok und Kokosfasern. Man liegt insgesamt aber immer noch eher hart bis fest.

Pflege und Lattenrost:
  • Zitat Öko-Test, Kompaktheft "Rücken" 2006: "Um zu vermeiden, dass sich die Füllung verhärtet, sollte der Futon mehrfach wöchentlich, am besten täglich, aufgerollt werden. Dieses bedeutet aber auch, sich viel zu bücken."

allnatura-Kommentar:
  • Aufgrund der sehr schlechten orthopädischen Eigenschaften, die hauptsächlich durch die fehlende Einsinktiefe der dünnen Futonmatratzen hervorgerufen wird und die Tatsache, dass sich Futonmatratzen durch das Verklumpen des Füllmaterials auch bei regelmäßigem Aufrollen immer mehr verhärten, sind Futonmatratzen unserer Ansicht nach höchstens für junge, sehr athletische Personen ohne jegliche Rückenprobleme geeignet.
  • Leider hat der bei Ökotest zuständige Redakteur das Thema "Pflege von Futons" nicht richtig recherchiert. Im früheren Japan wurden die Futons nur deshalb aufgestellt da es keine klassischen Schlafzimmer gab und ein Aufrollen für das Platzsparen im Wohnraum unabdingbar war. Mit etwas Logik und geringen physikalischen Kenntnissen gesehen, ist es überhaupt nicht möglich, dass sich beim Aufrollen eines Futons die Füllung lockert!?

10. Vollpolster-Matratzen

Vollpolster
Vollpolster
Allgemeines:
  • Der gesamte Innenkern dieser Matratzenart besteht aus Füllmaterial, wie z.B. Rosshaar, Wolle oder Kapok, wobei Rosshaar zwar das teuerste, aber auch beste Material ist, weil es elastisch und strapazierfähig ist. Rosshaar wirkt klimatisierend, sorgt für Luftzirkulation, es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab.
  • Eine traditionelle Rosshaar-Matratze wird in klassischer Polstertechnik "garniert" und "abgeheftet".
  • Da reine Vollpolstermatratzen viele Nachteile mit sich bringen (z.B. Kuhlenbildung, mangelnde Einsinkmöglichkeit durch zu unelastische Materialien), wurden diese immer mehr durch sogenannte "Sandwich-Matratzen" verdrängt, in denen sich Naturhaarschichten mit z.B. Naturlatexschichten abwechseln.

Pflege und Lattenrost:
  • Für Vollpolster- und Sandwich-Matratzen benötigt man einen Lattenrost mit eng stehenden, überwölbten und federnden Leisten, die über bewegliche Kautschuk-Kappen in den Lattenrost-Holmen gelagert sind.
  • Vollpolster- und Sandwich-Matratzen müssen regelmäßig gedreht und gewendet werden: Anfänglich regelmäßig alle 4-6 Wochen, später 5 bis 6 mal pro Jahr. Der Matratzen-Kern und die jeweilige Verpolsterung werden dadurch gleichmäßig belastet.

allnatura-Kommentar:
  • Aufgrund der meist nicht optimalen Elastizität von reinen Vollpolstermatratzen sind diese unserer Ansicht nach nur für Personen geeignet, die diese Art von Matratzen bereits gewohnt sind und sich nicht auf eine orthopädisch sinnvollere Sandwich-Matratze umstellen möchten.
  • Sandwich-Matratzen verbinden orthopädische Eigenschaften mit ökologischen Aspekten auf sinnvolle Art und Weise und sind allen Personen zu empfehlen, die auf Naturfasern bzw. Naturhaare in der Matratze nicht verzichten möchten.

11. Strohkern-Matratzen

Strohkern
Strohkern
Allgemeines:
  • Strohkern-Matratzen werden komplett aus Naturmaterialien gefertigt, die Hauptschichtung besteht aus gepresstem Roggen-Stroh.
  • Es gibt reine Strohkern-Matratzen, sowie Sandwich-Matratzen, die einen Strohkern besitzen, der z.B. von Latex- oder Naturfaserschichten umgeben ist.

Pflege und Lattenrost:
  • Da sich Strohkern-Matratzen sehr schlecht an Lattenroste anpassen können, ist die Unterlage nahezu egal.
  • Um Muldenbildung vorzubeugen, sollte die Matratze sehr oft gedreht und gewendet werden.

allnatura-Kommentar:
  • Nur für Personen zu empfehlen, die bereits auf einer Strohkern-Matratze schlafen, sich darauf wohlfühlen und auf den "Nostalgie-Faktor" nicht verzichten möchten. Aus orthopädischer Sicht können wir Strohkern-Matratzen nicht empfehlen. Dem Material fehlt die benötigte Elastizität, damit der Körper in die Matratze einsinken kann, bzw. gegengestützt wird. Des Weiteren verdichtet sich das Material leicht und es entstehen Mulden in der Matratze.


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